Sonntags habe ich nicht nur Paule besucht, nein, ich war noch bei Liselot und irgendwie kamen wir darauf, doch mal das Grab meiner Mutter zu besuchen.
Ich bin seit Ewigkeiten nicht mehr da gewesen, ich vermute, ich war sogar jünger als 10, als ich das letzte Mal dagewesen bin (und eigentlich weiß ich gar nicht, warum ich nie hingefahren bin, vielleicht hätte es mich zu sehr mitgenommen?!).
Beerdigt wurde sie in Bonn, das wusste ich (und ist ja bekanntermaßen a) nicht weit weg von Köln und b) erst recht nah bei Alfter) – und ein Anruf bei meinem Opa brachte dann auch die Erkenntnis, dass sie auf dem Bonner Nordfriedhof beigesetzt wurde.
Gesagt, Getan. Liselot und ich uns also auf den Weg gemacht – und erstmal zum falschen Friedhof gefahren, und zwar dem Alten Friedhof. War aber nichtsdestotrotz sehr schön, erstaunlich viele Berühmtheiten und B-Stars des 19. Jahrhunderts schlummern dort der Ewigkeit entgegen und dort schlenderten wir eine knappe Stunde umher.
Dann also auf zum Nordfriedhof, der im Gegensatz zum Alten Friedhof insbesondere durch seine Größe zu beeindrucken wusste. Mein Opa meinte, meine Mama läge -vom Haupteingang aus gesehen- direkt rechts neben der Kapelle. Ich kann mich dummerweise überhaupt nicht mehr an das Grab erinnern, echt zu lange her – und so irrten wir über zwei Stunden über den Friedhof. Mein Opa wusste die Lage auch nicht genauer – und selbst die Einschränkung auf Urnengräber brachte kein Licht ins Dunkel.
Ich also mein Handy genommen und quer durch die Familie telefoniert (mein Vater, der es sicher gewusst hätte, war gerade nicht erreichbar, da verreist!); mit meinem Onkel Arno (Mamas Bruder), mit Vati&Mutti, meinem Cousin Michael (Arndt, nicht Thaler), seiner Mutter und meiner Tante Barbara, meiner Tante Angela, mit der Friedhofsverwaltung (keiner erreichbar sonntags) – und die Erkenntnis?
Keine!
Wir haben das Grab tatsächlich auch nach knapp 3 Stunden Suchen nicht gefunden
Und alle der Angerufenen – einschließlich Liselot und mir selber natürlich – waren echt betroffen, dass außer meinem Vater, meinem Opa und mir tatsächlich keiner je an dem Grab gewesen ist.
Als Erklärung nur: Die Beisetzung war mehrere Monate nach ihrem Tod, da sie ihren Körper dem Universitätsklinikum Bonn überlassen hatte, und im Gegensatz zur Trauerfeier eben auch völlig unspektakulär.
Ich habe ihr – und mir – versprochen, noch in diesem Jahr wieder hinzufahren, und dann von Papa eine genaue Ortsbeschreibung zu kriegen.
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