Ich arbeite, wie wohl hinlänglich bekannt, ja an diversen Stellen der Uni, maßgeblich bin ich als Mitglied der Webredaktion für die Portierung der ein oder anderen Instituts-/Zentrums-Website verantwortlich.
Da geht nicht immer alles glatt, aber soweit ich weiß, habe ich bisher jede Anfrage oder Änderungswunsch schnell und unkompliziert gelöst. Gestern Abend kam dann eine Mail eines Dozenten eines solchen Instituts, welche mir eine ganz enorm geschwollene Ader verpasste… und meine, ich habe heute Morgen angebracht geantwortet, was mir zum Glück gerade eben von der Webzuständigen des betreffenden Instituts auch bestätigt wurde. Die kursiv gedruckten Teile sind anonymisiert…

Es ging ein wenig Mailverkehr vorweg, kleinere Änderungswünsche bezüglich einer persönlichen Homepage maßgeblich. Die gestrige Mail des Dozenten dann:

Lieber Herr KOENICH,

eben ist mir aufgefallen, dass Sie leider bei der Ergänzung meines Titels in Univ.-Prof. meinen Doktortitel gestrichen haben. Ich hoffe, das war ein Versehen.
Noch einmal – und zur Not bald von meinem Rechtsanwalt, wenn es nicht anders geht – ich werde es nicht zulassen, dass ich auf meiner persönlichen Homepage mit Schwundversionen meiner akademischen Qualifikation oder Degradierungen meiner Amtsbezeichnung geführt werde. An jeder deutschen Universität ist es üblich, dass Universitätsprofessoren auch als solche bezeichnet werden, wenn sie dies wünschen. Hier an der Exzellenzuniversität heißt das in abgekürzter Form:

“Univ.-Prof. Dr. Hans MüllerMeierSchulz

Ich sehe überhaupt nicht ein, warum es in Lüneburg nicht möglich sein soll, diese korrekte und durch amtliche Urkunde ggf. auch zu belegende Dienstbezeichnung aufzunehmen, ohne zugleich den Doktortitel zu streichen, und bitte nachdrücklich um entsprechende Umsetzung.

Mit freundlichen Grüßen
Hans MüllerMeierSchulz

Meine Antwort lautete vorhin dann:

Moin Herr MüllerMeierSchulz!
Zuerst zur letzten Mail: Nein, mit dem Titel das war kein Versehen, ich habe es exakt so übernommen wie angewiesen – ich zitiere aus Ihrer Mail [die ein paar Tage zuvor kam, Anm. von KOENICH]:

<<
1. Meine korrekte Amts- bzw. Dienstbezeichnung lautet “Universitätsprofessor” oder abgekürzt “Univ.-Prof.” und ich bestehe darauf, dass diese Amtsbezeichnung zumindest auf meiner persönlichen Homepage auch in korrekter Form genannt wird. Ich bin vom Präsidenten der Universität Lüneburg im Auftrag des nds. MWK nicht einfach zu einem “Professor”, sondern zum “Universitätsprofessor” ernannt worden – und jedem wissenschaftlich Tätigen dürfte klar sein, dass das im heutigen Kontext einen Unterschied macht, der auch nach außen sichtbar gemacht werden muß, weil mit dieser Amtbezeichnung bestimmte Qualifikationsannahmen und Kompetenzzuschreibungen verbunden sind. Nachträgliche Aberkennungen dieses Dienstgrades werde ich in keinem Fall akzeptieren.
>>

Es steht mir als Webredakteur nicht zu, Sie, Ihren Werdegang noch Status oder sonstige Details in irgendeiner Weise zu diskreditieren, da ich schlicht die umsetzende Kraft bin; ich handle ausschließlich nach Weisung – direkt nach Leuphana- bzw. Präsidiumsvorgabe und nachfolgend Ihrer, bzw. der, welche mir Sarah SchulzMeierMüller als Webzuständige gab. Selbstverständlich wollte ich Sie nicht um Ihren Doktortitel erleichtern und, die Wertung sei mir gestattet, finde es anmaßend, dass Sie mir dies unterstellen – ich habe dies umgehend korrigiert, genau wie ich Ihren Titel auch auf den Unterseiten angepasst habe, letzteres habe ich schlicht bei der schnellen Überarbeitung übersehen.

Darüber hinaus habe ich die gutachterliche Tätigkeit bei den “Sonstigen Funktionen” ergänzt – ich hoffe, die Syntax ist in Ihrem Sinne, da Sie keine spezielle Ausdrucksweise diesbezüglich gewünscht haben.

MfG,

KOENICH

Alter Besen, unfassbar solche Schreibse. Umgangstöne sind das… dabei ist der Dozent sogar zurzeit auswärtig berufen worden und doziert dementsprechend auch gerade nicht an der hiesigen Uni. Na, die erwähnte Webzuständige hat mir am Telefon eben versichert, mir den Rücken freizuhalten und mal in die Bresche zu springen. Ich bin gespannt, aber auch beim dritten Durchlesen finde ich es eine bodenlose Frechheit! :evil:

25. Juni 2008, 10:58 Uhr

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Bisher 1 Kommentar zum Artikel

  1. Kommentar von fabian

    man kann es vielleicht auf den nenner bringen: es gibt ganz einfach ekelhafte arschlöcher mit einer stark ausgeprägten profilneurose und/oder langeweile. widerlicher menschentyp.

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